4/5 (7)

Die Kosten einer Kfz-Versicherung hängen stark von den Versicherungsleistungen und den Vertragsmerkmalen ab. Sie können Ihre Versicherungsbeiträge also beeinflussen, indem Sie auf bestimmte Leistungseinschlüsse verzichten oder die Vertragsmerkmale anpassen. Erhalten Sie jetzt wertvolle Tipps, wie Sie jährlich mehrere hundert Euro sparen können.

1. Verzicht auf unnötige Leistungen

Zu den Leistungen einer Kfz-Versicherung zählen zum Beispiel die Teilkasko und Vollkasko, aber auch der Schutzbrief und Rabattschutz. Sie können auf diese Leistungen verzichten, um Geld zu sparen. Aber nicht immer ist das sinnvoll.

Wann ist der Kaskoschutz sinnvoll?

Denn wertvolle Fahrzeuge sollten vorsichtshalber fast immer eine Teilkasko oder Vollkasko beinhalten. Auf die Vollkasko können Sie teilweise verzichten, wenn Ihr Fahrzeug nicht mehr ganz so neu und hochpreisig ist. Sind Sie zusätzlich noch ein guter, aufmerksamer Fahrer, dann lässt sich über den Verzicht nachdenken.

Der Ausschluss der Teilkasko ist oft aber weniger sinnvoll, da die Beiträge hierfür im Vergleich zu der Haftpflichtversicherung und Vollkasko nicht sehr teuer sind. Mit einer geringen Selbstbeteiligung ist die Teilkasko auch für preiswerte Fahrzeuge noch bezahlbar.

Schutzbrief – ja oder nein?

Ob Sie einen Schutzbrief einschließen sollten, hängt weniger von dem Wert Ihres Fahrzeugs ab. Hierbei sollten Sie überlegen, wie oft und wie weit Sie von Ihrem Wohnort wegfahren. Und ob Sie bei einer Panne die Hilfe von einem Pannenservice brauchen. Je weiter Sie von Ihrem Wohnort weg sind, desto schlechter könnten Ihnen zum Beispiel Freunde im Pannenfall helfen. Dann wäre ein Schutzbrief natürlich hilfreicher. Können Sie auf den Schutzbrief verzichten, sparen Sie ungefähr 30,- Euro pro Jahr ein.

Ist der Rabattschutz überflüssig?

Auch der Verzicht auf einen Rabattschutz kann sinnvoll sein. Mit dem Rabattschutz behalten Sie nach einem Schaden Ihre aktuelle Schadenfreiheitsklasse und werden nicht zurückgestuft. Der Nachteil ist aber, dass diese Begünstigung nur bei Ihrer aktuellen Versicherung gilt. Wechseln Sie nämlich die Kfz-Versicherung, wird der Rabattschutz nicht mehr berücksichtigt und die zurückgestufte Schadenfreiheitsklasse wird übergeben. Der Rabattschutz hat sich dann also nicht wirklich gelohnt, zumal Ihre neue Kfz-Versicherung selbst mit der schlechteren Schadenfreiheitsklasse günstiger sein kann. Sie sollten deshalb überlegen, ob Sie bereits sind, den Mehrbeitrag für den Rabattschutz zu bezahlen.

2. Anpassung der jährlichen Fahrleistung

Je seltener Sie mit Ihrem Wagen fahren, desto geringer ist das Risiko, dass Sie als Fahrer in einen Unfall verwickelt werden. Somit ist auch die Wahrscheinlichkeit niedriger, dass Ihre Kfz-Versicherung einen Schaden entschädigen muss. Die Beitragskalkulation orientiert sich dabei an jährliche Kilometergrenzen. Je niedriger also Ihre jährliche Fahrleistung ist, desto günstiger wird Ihr Versicherungsbeitrag:

  • bis 3.000 km
  • 3.001 – 6.000 km
  • 6.001 – 9.000 km
  • 9.001 – 12.000 km
  • 12.001 – 15.000 km
  • 15.001 – 20.000 km
  • 20.001 – 25.000 km
  • 25.001 – 30.000 km
  • ab 30.001 km

Unser Tipp: Als Versicherter sollten Sie prüfen, ob Sie nicht noch in eine günstigere Kilometerklasse passen. Bei der Berechnung Ihrer Kfz-Versicherung ist es zum Beispiel besser, statt 10.000 km Fahrleistung lieber 9.000 km anzugeben. So fällt Ihr Beitrag noch etwas günstiger aus.

Sofern Sie dann in einem Jahr doch mehr Kilometer fahren, wird die Autoversicherung lediglich Ihren Beitrag für das vergangene Jahr anpassen. Die Versicherung müsste aber von sich aus auf Sie zukommen. Dadurch kann es zwar zu einer Nachzahlung kommen. Zusätzliche Strafzahlungen oder ein Verlust des Versicherungsschutzes durch falsche Angaben sind aber nicht möglich.

3. Erhöhung der Selbstbeteiligung

Eine Selbstbeteiligung in der Kfz-Versicherung bedeutet, dass Sie bei einem Teil- oder Vollkaskoschaden den vereinbarten Eigenanteil selber tragen müssen. Alle weiteren Reparaturgebühren, die darüber hinausgehen und versichert sind, werden von dem Versicherungsunternehmen übernommen. Je größer der eigene Anteil ist, desto günstiger wird der zu zahlende Preis.

Prinzipiell sind Versicherungstarife ohne Selbstbeteiligung wesentlich teurer. Ein nützlicher Tipp ist deshalb, mindestens einen Eigenanteil in Höhe von 150,- Euro pro Versicherungsfall zu vereinbaren. Viele Autofahrer nehmen zum Beispiel eine Selbstbeteiligung von 300,- Euro in der Vollkasko und 150,- Euro in der Teilkasko. Sofern Sie besonders rücksichtsvoll und wenig fahren, können Sie sogar über eine höhere Rate nachdenken. Dadurch sparen Sie noch ein bisschen mehr.

4. Sicherer nächtlicher Abstellplatz

Wenn Sie Ihr versichertes Kraftfahrzeug an Ihrem Wohnort über Nacht privat unterbringen, reduzieren Sie Ihre Versicherungskosten. Tipp: Je sicherer Sie Ihr Verkehrsmittel unterstellen, desto eher bekommen Sie einen hohen Rabatt. Sie erhalten daher oft eine Vergünstigung, wenn Sie Ihr Auto zum Beispiel nicht auf einer öffentlichen Straße, sondern in einem der folgenden Stellplätze abstellen:

  • Garage
  • Carport
  • Umfriedetes Grundstück
  • Parkhaus
  • Privater Parkplatz

5. Verzicht auf freie Werkstattwahl

Mit einer freien Werkstattwahl können Sie nach einem Kaskoschaden frei entscheiden, in welcher Kfz-Werkstatt Sie die Reparatur durchführen lassen möchten. Bei einem Verzicht auf dieses Wahlrecht vergünstigen sich Ihre Versicherungsbeiträge. Die notwendige Reparatur wird dann einfach von einer Partnerwerkstatt der Versicherung durchgeführt. Leistungseinbußen entstehen dadurch nicht. Sie können dadurch aber bis zu 20 Prozent sparen.

6. Änderung der Zahlweise

Bei allen Kfz-Versicherungen dürfen Sie die Zahlweise beliebig festlegen. Die monatliche Beitragsabrechnung ist am teuersten. Mit der halb- und vierteljährlichen Zahlweise erhalten Sie meist einen Rabatt von etwa 3 bis 5 Prozent. Den höchsten Preisnachlass von bis zu 10 Prozent haben Sie bei einer jährlich vorschüssigen Bezahlung. Durch Umstellung auf eine jährliche Zahlung sparen Sie also Geld ein.

7. Nutzung von Schadenfreiheitsklassen

Schließen Fahranfänger das erste Mal eine Kfz-Versicherung ab, werden sie grundsätzlich in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft. Mit einer exklusiven Einstufung über die Eltern sind Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich. Wenn die Eltern nämlich mindestens eine Schadenfreiheitsklasse 1/2 besitzen, stufen viele Versicherungen die Kinder auch in die bessere Schadenfreiheitsklasse 1/2 ein. Liegt mindestens die Schadenfreiheitsklasse 2 vor, kann das Kind sogar auch noch in diese Stufe wechseln. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass sich das Kind dann bei derselben Versicherungsgesellschaft versichern muss.

Sie können auch den gesamten Schadenverlauf einer anderen Person übernehmen, um sofort eine hohe Einstufung zu bekommen. Diese Option ist aber nur dann sinnvoll, wenn die andere Person ihren Schadenfreiheitsrabatt nicht mehr benötigt. Sie müsste in diesem Fall nämlich in Zukunft komplett darauf verzichten. Außerdem müssen Sie vor der Übernahme der Schadenfreiheitsklassen erklären, dass Sie bereits in der Vergangenheit mit dem Fahrzeug gefahren sind und die Rabatte mit angesammelt haben. Die Führerscheinkopie müssen Sie dann als Nachweis mit einreichen. Eine weitere Voraussetzung bei manchen Kfz-Versicherungen ist, dass Sie ein verwandtschaftliches Verhältnis ersten Grades haben müssen.

Wenn Sie einen Zweitwagen besitzen, können Sie auch eine Zweitwageneinstufung prüfen. Abhängig von dem Versicherer bekommen Sie meist eine Schadenfreiheitsklasse 2 für das zweite Fahrzeug. Ein paar wenige Gesellschaften stufen Ihren Wagen sogar in dieselbe Schadenfreiheitsklasse wie Ihr Erstfahrzeug ein. Tipp: Mit unserem Online-Vergleichsrechner können Sie alle Optionen berücksichtigen lassen und nach der automatischen Berechnung den daraus günstigsten Tarif auswählen:

Jetzt Autoversicherung berechnen und sparen »

Bei einem Kfz-Versicherungswechsel sparen

Mit einem Kfz-Versicherungsvergleich können Sie mit einer Berechnung eine Vielzahl von Anbietern miteinander vergleichen. Dabei legen Sie den Schwerpunkt auf die Leistungen und Preise. In der Regel bietet jede Kfz-Versicherung bis zu drei Tarife an, so dass Sie als Kunde aus mehr als 300 Tarifen ein günstiges Angebot aussuchen und dadurch sparen können.

Die Höhe des Sparpotentials hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wie viel Geld Sie sparen, lässt sich pauschal also nicht sagen. Nur eine konkrete Berechnung gibt darüber Aufschluss. Damit Sie Ihre mögliche Einsparung in etwa abschätzen können, soll Ihnen das folgende Beispiel helfen. Für die Berechnung der Autoversicherung wurden diese Merkmale berücksichtigt:

Pkw-Daten

  • Zulassungsbezirk Berlin
  • VW Golf 7 1.2 TSI BlueMotion Technology mit 85 PS (0603/BJD)
  • Ungefährer Neuwert: 16.000 Euro
  • Erstzulassung des Fahrzeugs am 01.07.2015
  • Hauptsächlich private Nutzung
  • Jährliche Fahrleistung: 9.000 Kilometer

Angaben zum Versicherungsnehmer

  • Arbeitnehmer
  • verheiratet
  • Wohnort in 10247 Berlin
  • Geburtsdatum: 01.05.1980
  • Führerscheinerwerb am 01.05.1998

Umfang vom Versicherungsschutz

  • Haftpflichtversicherung
  • Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung
  • Vollkasko mit 300 Euro Selbstbeteiligung
  • Schadenfreiheitsklasse 12
  • Vorversicherung vorhanden

Eingeschlossene Rabatte

  • Abschließbare Einzelgarage
  • Barkauf des Autos
  • Mit Werkstattbindung
  • Jährliche Zahlung

Unter Eingabe dieser Kriterien im Vergleichsrechner wurden über 74 Tarife aufgelistet. Das Ergebnis lieferte als günstigstes Angebot den Tarif „Mein Tarif Basis mit Werkstattbindung“ von der DA Direkt für 455,39 Euro pro Jahr. Das teuerste Angebot war von der Rheinland Versicherung im Tarif „Plus mit Werkstattservice“ für 985,90 Euro jährlich. Sie würden also in diesem Beispiel 519,58 Euro pro Jahr für Ihre Kfz-Versicherung sparen. Je nach Konstellation ist es möglich, dass andere Interessenten entweder weniger oder auch mehr sparen können.

Jetzt eigene Autoversicherung berechnen »

Bewerten Sie diese Seite